Warum klappt es bei allen, nur bei uns nicht?
Obwohl Sie immer an Ihren fruchtbarsten Tagen mit Ihrem Liebsten Sex haben bleibt der gewünschte Kindersegen aus. Oder gehören Sie zu denen die sich schon für eine Kinderwunschbehandlung entschieden haben und warten voller Spannung auf den Befund.

Sie setzen stetig mit neuem Mut auf den nächsten Zyklus. Doch es gibt auch schlechte Tage an denen Sie vor Emotionen in Tränen ausbrechen.

Je öfter Sie Mütter mit Kindern sehen umso mehr wachst das Gefühl in Ihnen dies nie erleben zu dürfen. Psychologen nennen dieses Phänomen "selektive Wahrnehmung": Wer sich ein Kind wünscht, nimmt plötzlich nur noch Schwangere wahr.

Richten sie Ihre Wahrnehmung auf Menschen aus die kinderlos sind. Es gibt insgesamt zwei Millionen Paare in Deutschland die auch versuchen ein Kind zu kriegen. Jedes sechste Paar gilt heute als unfruchtbar.

Wie lange sind Männer zeugungsfähig?
Das Alter spielt eine sehr große Rolle bei der Zeugungsfähigkeit.

Ab dem 35. Lebensjahr sinkt die Qualität der Spermien, sie sind weniger beweglich und Fehler im Erbgut sind jetzt häufiger und können zu Fehlgeburten und Missbildungen beim Kind führen.

Da nur bei 55 Prozent der Paare die Ursache für die Kinderlosigkeit ausschließlich bei der Frau liegt, ist eine möglichst frühe ärztliche Untersuchung des Mannes sehr wichtig.

Auch die Fruchtbarkeit bei Frauen nimmt mit dem Alter ab:

Monatliche Chance schwanger zu werden

Die Gründe für die späte Familienplanung liegen oft darin, dass Männer unter 35 Jahren noch nicht bereit sind, Vater zu werden und sie erst finanzielle Sicherheit haben möchten. Bei Frauen die sich erst im Beruf etablieren wollen, steht der Wunsch nach einer Babypause auch an letzter Stelle.

In wie weit wirkt sich Stress auf die Fruchtbarkeit aus?
Dazu liegen keine systematischen Studien mit größeren Fallzahlen vor, welche die Hypothese beweisen würden.

Natürlich kann seelischer und extremer körperlicher Stress bei der Frau den Hormonkreislauf beeinflussen und die Spermienqualität beim Mann verschlechtern. Es gibt aber genügend Paare die bei großer beruflicher und privater Anspannung Eltern geworden sind. Daher messen Sie diesem Punkt nicht all zu viel Beachtung zu.

Meist treffen mehrere Gründe auf die eine Schwangerschaft negativ beeinflussen z. B. die Frau hat eine Hormonstörung, die den Eisprung verhindert, und zugleich sind die Spermien des Mannes nur eingeschränkt zeugungsfähig. Besonders Frauen empfinden Kinderlosigkeit als schwere emotionale Last. Wenn kein medizinischer Grund hinter der Kinderlosigkeit steckt spricht man von der so genannten "idiopathischen (ungeklärten) Sterilität". Sie betrifft knapp jedes zehnte Paar.

Kann die seelische Verfassung eine Schwangerschaft verhindern?
Von Laien wird immer noch behauptet dass „die Seele Nein zu einem Baby sagt“. Dabei ist die Annahme einer seelischen Blockade längst widerlegt worden. Nach den Leitlinien "Psychosomatik in der Reproduktionsmedizin" liegt eine psychische Mit-verursachung der Fertilitätsstörung ausschließlich dann vor:

Haben Sie zwei- bis dreimal pro Woche Sex in den fruchtbaren Tagen, dann steht aus biologischer Sicht einer Zeugung nichts mehr im Wege. In Drogerien und Apotheken gibt es für jedes Paar hilfreiche Tests wie z. B. die Ovulationstests, die im Urin das eisprungauslösende Hormon LH nachweisen, das unmittelbar vor dem Eisprung ausgeschüttet wird.

Achten Sie bitte darauf das ein Ovulationstest unter Umständen ein Stressfaktor werden kann, der den Sex eher verhindert als fördert.

Was ist der Unterschied zwischen Naturheil- und Chemischen Mitteln?
Viele Frauen setzen zunächst lieber auf Homöopathie, chinesische Heilkräuterkunde, Akupunktur, Yoga oder zyklusregulierende Präparaten mit Mönchspfeffer.

Solche Methoden brauchen aber länger als schulmedizinische Hilfen, bis sie wirken - so sie das denn überhaupt tun. Wenn die Eileiter verklebt oder die Spermien zu langsam sind, können alternative Heilmethoden nicht helfen.

Eine Diagnose ist vor allem für Frauen mit einigen Arztbesuchen verknüpft. Jedoch bringt es meist auch das Gefühl sich Schritt für Schritt einer möglichen Lösung des Problems zu nähern mit sich.

Je älter das Paar wird, umso mehr sinkt ihre Fruchtbarkeit.

Eine Verhinderung des "Fruchtbarkeitsstresses" kann durch eine schon nach sechs Monaten unerfülltem Kinderwunsch einsetzende Diagnostik erzielt werden.

Bei jüngeren Frauen sollte spätestens nach einem Jahr eine Untersuchung erfolgen. Alle notwendigen Untersuchungen können dann schnell und unkompliziert bei einem Spezialisten für Fertilitätsmedizin gemacht - diese finden Sie in einer niedergelassenen Praxis und in Krankenhäusern.

Fruchtbarkeits-Untersuchungen bei Mann und Frau - wie sehen diese aus?
Untersuchungen bei Frauen:

- Tast- und Ultraschalluntersuchung

- Blutabnahme und Hormonwertkontrolle

- Bei einem Drittel aller ungewollt kinderlosen Frauen sind die Eileiter verschlossen.

Der Arzt spritzt ein Kontrastmittel in ihre Gebärmutter. Per Ultraschalluntersuchung kann er beobachten, ob und wie das Mittel über die Eileiter fließt.

- Sind die Eileiter verschlossen, kann der Arzt sie eventuell in einer mikrochirurgischen Operation per Bauchspiegelung öffnen. Es hängt vom Zustand der Eileiter und dem Alter der Patientin ab ob dies gelingt.

Einer über 37jährigen Frau wird man eher zu einer künstliche Befruchtung raten.

- Durch die Bauchspiegelung wird der Zustand der Eierstöcke, Eileiter und der Gebärmutter eingeschätzt. So können Zysten, Verwachsungen und Endometrioseherde entfernt werden.

- Bei einer Gebärmutterspiegelung betrachtet der Arzt mit einer Sonde die Gebärmutterhöhle. Er kann so sehen, ob es darin Myome, Verwachsungen, Schleimhautveränderungen oder Missbildungen gibt.

Der Check-Up für Männer:

• Spermiogrammerstellung: Dabei werden Beweglichkeit, Anzahl und Form der Spermien untersucht und statistisch ausgewertet.

Für die Zeugungsfähigkeit sollten über 20 Millionen Spermien pro Milliliter in der Samenflüssigkeit enthalten und über 50 Prozent beweglich und über 30 Prozent normal geformt sein.

• Blutabnahme und Hormonwertkontrolle

• Abtastung des Hodens, des Hodensackes und des Samenstranges mit Begutachtung der Größe und Form der Hoden.

• Mittels Urintest können Bakterien erkannt werden

• Sind die Hoden sehr klein und die Samenproduktion ist zu gering, dann kann ein genetisches Problem dahinterstecken.

Die Qualität der Spermien kann gesteigert werden durch Zink-Tabletten, gesundes eiweißreiches Essen und durch das Trinken von viel Flüssigkeit.