In unserer modernen Gesellschaft erlebt auch die Familienplanung entscheidende Veränderungen. So ist die Beziehung zur Sexualität in Zeiten von Pille & Co. viel entspannter als noch vor etwa 50 Jahren - Sex war für Frauen früher oft mit der Angst verbunden, ungewollt schwanger zu werden.

Dank der modernen Medizin und Pharmaindustrie ist das Liebesleben in der heutigen Zeit viel freizügiger und spontaner. Wir möchten hier ein paar Methoden zur Familienplanung für die Frau aufführen.

Hormontabletten und Hormonspritzen

Einphasenpräparate
Sie enthalten in jeder Tablette die gleiche Menge Östrogen und Gestagen. Während des gesamten Einnahmezyklus ändert sich die Dosierung der einzelnen Pillen nicht. Es wird 21 oder 22 Tage lang täglich eine Pille eingenommen. Danach erfolgt eine sieben tägige Pausemit anschließender Monatsblutung.

Zweiphasenpille
In der ersten Phase des Zyklus enthält die Pille ausschließlich Östrogen, in der zweiten Phase besteht sie aus einer Kombination aus Östrogen und Gestagen. Es wird so versucht den weiblichen Zyklus, mit den natürlichen körperlichen Schwankungen, bestmöglich „nachzuahmen“.

Die Dreistufen-Pille
Die Dreistufen-Pille ist noch genauer dem natürlichen weiblichen Zyklus angepasst. Es ändert sich im Laufe eines Zyklus stufenweise die Menge von Östrogen und Gestagen. Diese Pille ist gekennzeichnet durch einen sehr niedrigen Hormongehalt. Beachten Sie bitte die richtige Einnahme der Pillen, das sonst die Sicherheit beeinträchtigt ist.

Minipille
Die Minipille eignet sich gut für Frauen die Östrogen nicht vertragen und für stillende Mutter, da Sie keine Östrogene und nur einen Teil des Gestagens enthalten. Die niedrige Dosierung macht die Minipille jedoch unzuverlässiger. Sie wird in einer 28-Tage-Packung angeboten. Durch die geringen Wirkstoffmengen in der Pille ist die regelmäßige und pünktliche Einnahme eine wesentliche Voraussetzung für die empfängnisverhütende Wirkung. Man sollte bei der einmal gewählten Einnahmezeit bleiben, da der Abstand zwischen der Einnahme von zwei Dragees möglichst genau 24 Stunden betragen soll. Bei einer Überschreitung der Einnahmezeit von mehr als 3 Stunden kann eine Empfängnisverhütung nicht mehr gewährleistet werden.

Mikropille
Bei der Mikropille wird der Eisprung zuverlässiger gehemmt als bei der Minipille. Zu den Mikropillen zählen solche Präparate, die in der Tagesdosis weniger als 50 Mikrogramm Östrogen und noch weniger Gestagen enthalten.

Hormonspritzen
Durch die Injizierung von hochdosierten Gestagenen kommt es in den ersten 4 bis 8 Wochen zu keinem Eisprung. Diese Gestagene sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nur schwach ausgebildet wird und sich somit keine Eizellen mehr einnisten können. Zusätzlich wird auch der gebildete Schleim für Spermien schwer durchlässig. Es ergibt sich daraus eine sehr hohe Verhütungssicherheit für den Zeitraum von 3 Monaten.

NFP- Natürliche Familienplanung

sympto-thermale Methode
Bei diesem Verfahren tragen Sie täglich ihre Temperaturmesswerte in ein Kurvenblatt ein. Die symptothermale Methode kombiniert die Ansätze der Temperatur-Methode, der Kalendermethode und der Billings-Methode. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass der steigende Östrogenspiegel zum Eisprung hin für eine verstärkte Produktion des Zervikalschleims sorgt, während das nach dem Eisprung vermehrt ausgeschüttete Hormon Progesteron die Körpertemperatur ansteigen lässt. Durch die kombinierte Beobachtung dieser Zeichen ist eine doppelte Kontrolle gegeben, ob ein Eisprung tatsächlich stattgefunden hat. Die symptothermale Methode ist damit zur Zeit die sicherste natürliche Methode, um die fruchtbare Zeit der Frau festzustellen.
Es gibt einige abgewandelte Methoden u.a. von der "Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung" oder von Sympotherm.

Temperatur-Methode
Hier wird die tägliche Basaltemperatur gemessen und in eine Tabelle eingetragen. Die Basaltemperatur ist die Aufwachtemperatur, w ährend dem Schlaf stellt sich, etwa um 2 Uhr nachts, ein Temperaturminimum ein (die Basis) . Diese zeigt recht zuverlässig die Stadien des weiblichen Menstruationszyklus an. Da sich die Körpertemperatur der Frau um den Zeitpunkt der Ovulation - die oft als "Eisprung" bezeichnet wird - charakteristisch erhöht, kann man bei Auswertung der Messwerte relativ sicher eine erfolgte Ovulation feststellen. Mittlerweile werden auch integrierte Systeme von Thermometer und Computer als Verhütungscomputer oder Zykluscomputer angeboten. Dabei übernimmt eine Software die Auswertung der gemessenen Temperaturen und zeigt direkt die Interpretation von fruchtbar oder nicht an.

Billings-Methode
Benannt nach dem australischen Ärztehepaar Evelyn und John Billings. Bei dieser Methode beobachtet man täglich den Muttermundschleim und notiert dessen Beschaffenheit in einer Tabelle. Da sich die Beschaffenheit vor und um den Follikelsprung verändert, kann man durch Auswertung der Aufzeichnungen auf eine bevorstehende Ovulation schließen.

Knaus-Ogino-Methode
Diese Methode wird auch Kalendermethode genannt. Bei der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode wird die Zykluslänge erfasst und daraus der Tag des voraussichtlichen Follikelsprungs berechnet. Die Lebensdauer der Spermien beträgt 3 Tage, die Befruchtungsfähigkeit der Eizelle beträgt 5–12 Stunden. Es sollten die Zykluslängen der letzten zwölf Monate bekannt sein. Diese Methode findet wegen Ihrer Unsicherheit heutzutage kaum noch Anwendung.

Verhütung durch Barrieren

Femidom
Neben dem bekannten Latex-Kondom für Männer gibt es seit einigen Jahren auch Kondome für Frauen. Sie bestehen aus einem Polyuretan-Beutel, der an seiner offenen Seite einen großen elastischen Ring besitzt, der außen auf dem Scheideneingang liegt. Am geschlossenen Ende befindet sich ein zweiter kleinerer Ring, der vor dem Muttermund liegt. Dieser Beutel ist Innen und Außen mit einer Gleitflüssigkeit versehen, die helfen soll, daß sich das Kondom an die Scheidenwand anliegt und die Reibung zum Penis verringert wird.

Diaphragma
Die meisten Diaphragmen bestehen aus einer gewölbten Latexmembran mit einem verdickten Rand der von einem ummantelteten Draht stabilisiert wird. Ihre Größe beträgt zwischen 5,5 cm und 9,5 cm und muß individuell angepaßt werden. Das Diaphragma wird vor den Gebärmuttermund geschoben und deckt diesen ab und sitzt fest zwischen dem oberen Scheidengewölbe und dem Schambein.

Spirale
Die Spirale reizt dauerhaft die Gebärmutterschleimhaut. Die Kupferionen, die von der Kupferwicklung abgegeben werden sollen wichtig für die kontrazeptive Wirkung sein, ihr Wirkmechanismus ist noch nicht bekannt. Die meisten heute benutzten Modelle lassen sich einteilen in Spiralen aus Kunststoff in Schleifen-, Spiralen- oder T-Form mit einer zusätzlichen Umwicklung aus Kupfer und in Spiralen, die statt der Kupferwickelung einen Hormon absondernden Abschnitt besitzen. Die Sicherheit der Spirale soll nach Herstellerangaben dadurch erheblich verbessert werden.

Schaum, Schwämme, Zäpfchen

Es gibt auf dem Markt eine Vielzahl von solchen Verhütungsmitteln, daß es den Rahmen sprengen würde, jedes einzelne zu beschreiben. Alle beruhen auf dem Prinzip, daß eine Barriere aus einer chemischen Substanz (meist Nonoxinol) entsteht, die Spermien abtötet. Diese Substanzen sind zum Teil recht umstritten, riechen und schmecken unangenehm und verursachen an den empfindlichen Schleimhäuten oft unangenehme Empfindungen, wie Wärme, Brennen oder Jucken. Sie müssen einige Zeit (je nach Mittel 5-15 min) vor dem Geschlechtsverkehr nach Anleitung in die Scheide eingeführt werden.